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Der Österreichische Kaffeemarkt im internationalen Vergleich

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Kaffeemarkt 2014/2015

Hohe Qualitätsansprüche und Wunsch nach Individualität

Kaffee ist und bleibt das Lieblingsgetränk der Österreicher. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 8,3 Kilogramm liegt der Jahreskonsum stabil auf sehr hohem Niveau und unterstreicht Österreichs Status als Land mit Kaffeetradition.  Erstmals kam 2014 der Kaffee in den meisten österreichischen Haushalten aus Kapseln und drängt damit Filterkaffeemaschinen als auch Vollautomaten in den Zubereitungsarten auf Platz zwei bzw. drei. Ein genauer Blick auf die Konsumgewohnheiten zeigt, wie Kaffee als Gourmet- und Lifestyleprodukt den Markt dynamisiert.

Individualität und Qualität als bestimmende Faktoren

Im Schnitt greift der typische österreichische Kaffeetrinker 2,9 Mal täglich zur Tasse und konsumierte im Jahr 2014 damit rund 8,3 Kilogramm Röstkaffee pro Kopf. Damit liegt Österreich seit Jahren im europäischen Spitzenfeld, nur die Finnen (12,1 Kilogramm) und die Norweger (9,08 Kilogramm) trinken mengenmäßig mehr Kaffee. Der europäische Schnitt liegt bei 4,93 Kilogramm (Quelle: statista.de).

Die Liebe der Österreicher zum Kaffee schlug sich 2014 auch in beeindruckenden Marktzahlen nieder. Insgesamt wurden im Jahr 2014 rund 1,6 Millionen 60-Kilogramm Säcke nach Österreich importiert. Rund 75 Prozent, nämlich 1,2 Millionen 60 – Kilogramm Säcke (entspricht 72.000 Tonnen Kaffee) wurden auch tatsächlich in Österreich konsumiert, die Differenz wieder exportiert (Quelle: ico.org).

Der Großteil der österreichischen Haushalte besitzt mehr als nur eine Kaffeemaschine. Sieht man sich die Aufteilung auf die unterschiedlichen Zubereitungsarten im Detail an, so sticht eines deutlich hervor: die Kapselmaschinen sind die großen Gewinner der letzten Jahre und der Siegeszug hält an. Im Jahr 2014 entfielen 38,6 Prozent auf Kapselmaschinen, die damit erstmals die Zubereitung mit Filterkaffeemaschinen auf Platz zwei verdrängten (38 Prozent). Auf Platz drei folgen Vollautomaten mit einem Anteil von 32 Prozent (Quelle: Maschinenstand 2014, GFK). Damit bestätigt sich der Trend der letzten Jahre – der österreichische Kaffeetrinker will seine individuelle Kaffeespezialität auf Knopfdruck genießen.

Der österreichische Kaffeegenießer hat in den letzten Jahren eine spannende Entwicklung durchgemacht, was sich in der Dynamisierung des Marktes widerspiegelt. Einerseits erlebt Kaffee eine zunehmende Kultivierung und wird immer mehr zum Gourmet- und Lifestyleprodukt. Auf dem Weg zur perfekten Tasse Kaffee nach den persönlichen Vorlieben zubereitet, beschäftigt sich der Konsument mit verschiedenen Sorten, Herkunft und Zubereitungsarten“, so KR Harald J. Mayer, Präsident des Österreichischen Kaffeeverbandes, über das österreichische Konsumverhalten, und führt weiter aus, „der Großteil der Kaffeetrinker bevorzugt eine tassengenaue, frische Zubereitung mit perfektem Aroma. Dabei überzeugen Vollautomaten ebenso wie Kapselsysteme. Beide bieten bei einfacher Handhabung vollendeten Kaffeegenuss. Klar ist, das Wissen um Kaffee wächst und die Vorliebe der Österreicher zu Kaffee lebt mehr denn je!“

 Sieht man sich den österreichischen Kaffeemarkt nach Segmenten an, so führt der traditionelle Röstkaffee weiterhin deutlich mit einem Anteil von 59 Prozent (leichter Rückgang gegenüber 2013). Espresso- und Crema-Röstungen konnten ihren Anteil auf 27 Prozent steigern, auch die Einzelportionen (Kapsel und Pads) nahmen weiter zu und liegen mittlerweile bei 14 Prozent(Quelle: GFK).

Fakt ist: Qualität des Produkts und Individualität in der Zubereitung bestimmen den Kaffeemarkt.  Dies fordern die Konsumenten ein. Vvon Industrie über Handel bis hin zur Gastronomie wird darauf mit entsprechenden Entwicklungen und Angeboten reagiert.

 Internationaler Kaffeemarkt

Der zu erwartende Ernteertrag für 2014/2015 beläuft sich weltweit auf rund 141,7 Millionen 60 kg-Kaffeesäcke, was einen Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber 2013/2014 bedeutet.

Der Produktionsrückgang  verteilt sich fast zu gleichen Teilen auf Arabica- und Robusta-Sorten. Die im Geschmack hochwertiger und feiner geltenden Arabicas beliefen sich für das Jahr 2014 auf 83,6 Millionen 60 kg-Säcke (Rückgang um 3,9 Prozent gegenüber 2013), ihr Anteil an der Gesamtkaffeeproduktion hält jedoch weiterhin bei rund 60 Prozent. Auf die Robustas, ertragreicher und unkomplizierter im Anbau,  entfallen 2014 prognostiziert 57,6 Millionen 60 kg-Säcke, was einem Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber 2013 entspricht.

Die führenden Länder in der Kaffeeproduktion sind dabei weiterhin Brasilien (45.342.000 60 kg-Kaffeesäcke, Rückgang von 7,8 Prozent gegenüber 2013), Vietnam (27.000.000 60 kg-Säcke, wie 2013) und Kolumbien (12.500.000 60 kg-Säcke, plus 3,1 Prozent gegenüber 2013). Diese drei Nationen bedienen damit mehr als die Hälfte der weltweiten Kaffeeproduktion.

Zu den aufstrebenden Nationen in der Kaffeeproduktion zählen neben Indien, das auch am Weltmarkt unter die Top-10 fällt (2014: 5,5 Millionen 60 kg-Säcke, plus 8,7% gegenüber 2013), Guatemala, Honduras und auch Tansania, die alle Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich verzeichnen.

Rohkaffeeproduktion der Top-10-Kaffeeanbauländer weltweit

Nachfrage nach zertifiziertem Kaffee steigt kontinuierlich

Neben dem Wunsch nach Qualität setzt der österreichische Kaffeetrinker auch auf Nachhaltigkeit und Transparenz im Anbau und Verarbeitung von Kaffee.

Es gibt dabei eine ganze Reihe von Siegeln und Zertifizierungen, die dem Konsumenten Aufschluss über Anbau, Handel und Produktion geben – von der Rainforest Alliance, UTZ Certified über Fairtrade bis hin zu 4C-Association, um nur die Größten und Bekanntesten zu nennen. Das Verkaufsvolumen zertifizierten und zertifizierten nachhaltigen Kaffee hat sich zwischen 2010 und 2013 von 363.496 Tonnen auf 994.894 Tonnen gesteigert, was einem Zuwachs von 273,7 Prozent entspricht.

Weitere Informationen zum Internationalen Kaffeemarkt auf www.ico.org (International Coffee Organisation).

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