Kaffee erlangt weltwirtschaftliche Bedeutung – 18. Jahrhundert

markus Geschichte, Kaffeekultur & Genuss

Ab dem 18. Jahrhundert war Kaffee sowohl als Pflanze als auch als Getränk auf dem Vormarsch. Er wurde zu einem Produkt von weltwirtschaftlichem Rang. Als Importware gewann er innenpolitische Bedeutung in den Konsumländern. Mit der beginnenden Industrialisierung avancierte er zum Heißgetränk für alle Schichten und wurde damit zu einem Haushaltsartikel, der jeden einzelnen interessierte.

Mit der Popularisierung des Getränks waren viele Probleme zu lösen: Gegenstände zur Zubereitung mussten entwickelt oder den Rokokoneuen Bedürfnissen angepasst werden. Zölle und Steuern wurden eingeführt, um einerseits den Devisenabfluss zu bremsen und andererseits das Staatssäckel zu füllen. Die jeweiligen Herrscher beanspruchten das Monopol auf den Kaffeeverkauf oder versuchten, den Konsum durch Verbote zu verhindern. Die Idee des Kaffee-Ersatzgetränks wurde geboren.

Anfang 18. Jahrhundert

1718 ließ der Stadthalter von Batavia (Djakarta) Kaffeesamen nach Südamerika, und zwar Niederländisch Guayana (Surinam), bringen. Aber auch Franzosen und Engländer waren aktiv in der Verbreitung des Kaffees in Lateinamerika.

Besonders Seekapitäne oder Kolonialoffiziere spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Kaffees. Sie waren es, die häufig unter größten Anstrengungen Kaffeepflänzchen in die neuen Kolonien brachten.

Berühmt ist die Geschichte vom jungen französischen Marineoffizier de Clieu, der 1723 Kaffeebäumchen aus dem „Jardin des Plants“ in Amsterdam über den Atlantik nach Martinique brachte. Seeräuber konnten abgewehrt werden, Stürme wurden überstanden und das knappe Trinkwasser musste mit den vielen Kaffeepflänzchen geteilt werden.

 Gabriel de Clieu bringt die empfindlichen Kaffeepflanzen von Amsterdam nach Martinique.


Gabriel de Clieu bringt die empfindlichen Kaffeepflanzen von Amsterdam nach Martinique.

1726

Wann und unter welchen Umständen der Kaffee in Brasilien, dem später wichtigsten Produktionsland der Erde, eingezogen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Offiziell wurde die Geburtsstunde des brasilianischen Kaffee-Anbaus in das Jahr 1726 gelegt, denn 1926 wurde das 200jährige Jubiläum des „Cafeeiro“ (portugiesisch für Kaffeestrauch) gefeiert. Ob die ersten Pflanzen von Surinam (aus holländischem Besitz) oder von Martinique (aus französischem Besitz) in das Land gelangt waren, bleibt offen.

Mit der Industrialisierung avanciert Kaffee zum Heißgetränk für alle Schichten. Es werden Steuern und Zölle eingeführt, einerseits um den Devisenabfluss zu bremsen und anderseits um die Staatskassen zu füllen. Die jeweiligen Herrscher beanspruchen das Monopol auf den Kaffeeverkauf oder versuchen, den Verkauf durch Verbote zu verhindern. Es entsteht die Idee des Kaffee-Ersatzgetränks.

Um 1800 waren schließlich die wesentlichsten Anbaugebiete, die sich im sogenannten Kaffeegürtel zwischen den beiden Wendekreisen um die Erde ziehen, von den Kolonialmächten für den Kaffeeanbau erschlossen. Die wenigen verbliebenen weißen Flecken wurden dann im 19.Jahrhundert erobert.

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