Wien, 14. September 2023. Ob zum Munterwerden oder als Genuss-Ritual am Nachmittag – eine Tasse Kaffee ist bei den meisten aus dem Alltag nicht wegzudenken. Aber wie derzeit bei allen Lebensmitteln oder Gegenständen des täglichen Lebens, fragen sich die Österreicher:innen wie es mit der Nachhaltigkeit aussieht. So ist jedem bewusst, dass Kaffee nicht in unserer Heimat angebaut wird. Aber wie nachhaltig kann Kaffee wirklich sein? Dieser Frage widmet sich der Österreichische Kaffeeverband und gibt Tipps, wie das in der Praxis gelingen kann. Auch der 22. Tag des Kaffees steht im Fokus von Nachhaltigkeit und wird am 1. Oktober 2023 unter dem Motto „Gemeinsam für den Kaffeegenuss von morgen“ zelebriert.

Verlangen nach Kaffeegenuss ungebrochen

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie starten rund Dreiviertel1 der Österreicher:innen ihren Tag mit einer Tasse Kaffee. Ohne Zweifel gehört der Kaffee – egal ob am Morgen oder am Nachmittag – zu den beliebtesten Lebensmitteln. Im Bundesländerranking liegen die Kärtner:innen mit 3,11 Tassen Kaffee pro Tag an der Spitze, dicht gefolgt von den Tiroler:innen (3,01) und den Vorarlberger:innen (2,94). In Niederösterreich und dem Burgenland trinkt man 2,85 Tassen am Tag, in Salzburg und Oberösterreich 2,7. Die Wiener:innen genießen im Schnitt 2,68 Tassen und das Schlusslicht machen die Steirer:innen mit durchschnittlich 2,56 Tassen. Am beliebtesten ist der Verlängerte. 77,3 Prozent1[1] der Befragten gaben an, dass ihr Verlangen nach Kaffee wortwörtlich krisensicher ist.

Wo beginnt die Nachhaltigkeit?

Das Wort Nachhaltigkeit ist, wie bei vielen Konsumgütern, auch bei Kaffee ein komplexes Thema. So umfasst die Wertschöpfungskette von der Pflanze bis zur Tasse viele Zwischenstationen. Sie beginnt in den Anbauländern auf den Plantagen. Wie umweltverträglich sind die Anbaumethoden? Wie sieht es mit den Arbeitsbedingungen aus? Unter welchen Bedingungen erfolgen Verarbeitung und Aufbereitung? Auf welchen Wegen wird der Kaffee in die Röstereien transportiert? Werden diese nachhaltig betrieben? Hier sind beispielsweise Energiequellen, Energieeinsatz, Energierückführung relevante Themen. Schluss endlich geht es um Verpackung, Zubereitung und Entsorgung von Verpackungsstoffen und Kaffeemehl. Ein komplexer Prozess, der laufend optimiert werden muss, um den CO2–Fußabdruck nachhaltig zu reduzieren. Am Ursprung, auf der Plantage ist das Optimierungspotential nach wie vor am größten. Organisationen wie die internationale „Global Coffee-Plattform“ tragen maßgeblich dazu bei, lokale Nachhaltigkeitsprogramme zu skalieren und den globalen Markt für nachhaltigen Kaffee zu vergrößern. Seit diesem Jahr unterstützt auch der Österreichische Kaffeeverband die „Global Coffee-Plattform“ mit seiner Mitgliedschaft. Je weniger Ressourcen verbraucht werden, desto nachhaltiger ist auch der Kaffee in der Tasse.

„Nachhaltiger Kaffeegenuss ist mehr als ein Trend. Er sichert den Kaffeegenuss von morgen. Der Klimawandel wirkt sich massiv auf den Kaffeeanbau aus. Je mehr Menschen sich heute für einen nachhaltig erzeugten Kaffee entscheiden, desto besser ist das für die Zukunft des Kaffeeanbaus.“, sagt Marcel Löffler, Präsident des Österreichischen Kaffeeverbandes und führt fort: „Die Kaffeebranche setzt bereits zahlreiche Aktivitäten, um eine nachhaltige Kaffeeproduktion entlang der Wertschöpfungskette zu gewährleisten. Das beginnt auf der Plantage durch Unterstützung der Communities und endet im Einsatz kompostierbarer Verpackungen und Recycling-Initiativen. Mit 1. Oktober startet der Kaffeeverband einen Testlauf zur flächendeckenden Kapselsammlung in Oberösterreich, Schwechat und Krems Land. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) aufgesetzt und läuft sechs Monate. Dann wird evaluiert.“

Je größer das Wissen bei den Kaffeekonsument:innen zum Thema nachhaltiger Kaffeegenuss ist, desto besser für uns alle.  Daher nützt der Österreichische Kaffeeverband den Tag des Kaffees am 1. Oktober, um darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig der bewusste Umgang mit Kaffee ist.

Transparenz und Zertifizierungen sind ein wichtiges Leitsystem für nachhaltigen Konsum

Zertifizierungsprogramme wie FAIRTRADE, Rainforest Alliance und UTZ Certified (jetzt Rainforest Alliance Certified) ermöglichen Verbraucher:innen, nachhaltigen Kaffee auf einen Blick zu erkennen. Diese Zertifizierungen stellen sicher, dass bestimmte Nachhaltigkeitsstandards eingehalten werden. Auch das EU-Bio-Logo ist ein guter Anhaltspunkt für die Kaufentscheidung. Die strengen Kriterien stehen für nachhaltigen Anbau in Einklang mit der Natur.

4 Tipps für den nachhaltigen Kaffee-Alltag:

  1. Für Coffee2Go bieten sich wiederverwendbare Becher an. So können Kaffeegenießer:innen den Einsatz von Einwegbechern aktiv reduzieren. Viele Cafés bieten mittlerweile Rabatte für Kund:innen an, die eigene Becher verwenden.
  2. Beim Kaffeezubereiten können Sie Energie sparen, indem Sie energieeffiziente Geräte verwenden und Wasser nur in der benötigten Menge erhitzen. Auch das rechtzeitige Entkalken von Wasserkochern und Kaffeemaschinen zählt dazu.
  3. Regelmäßige Wartung der Kaffeemaschine: Die Kaffeemaschine zu reinigen, zu entkalken und bei Nichtverwendung abzuschalten, kann den Lebenslauf der Maschine maßgeblich verlängern und den Energieverbrauch senken. Viele Händler bieten diesen Service bereits ihren Kund:innen an.
  4. Kompostieren Sie Kaffeesatz: Verwenden Sie Kaffeesatz als natürlichen Dünger für Pflanzen oder entsorgen Sie diesen im Kompost. Das reduziert Abfall und führt dem Boden Nährstoffe zu.

Restmüll vermeiden: kompostierbare Kapsel oder Kapselrecycling

Abfall ist bei vielen Konsumprodukten ein großes Thema, so auch bei Kapselkaffee. Aktuell landen viele davon im Restmüll. Dies ist weder im Sinne der österreichischen Kaffeebranche, noch der Umwelt und letztendlich auch nicht der Wunsch der Konsument:innen. Damit Kapseln recycelt und der Kreislaufwirtschaft wieder zugeführt werden können, hat der Kaffeeverband 2022 ein Pilot-Projekt in der Gemeinde Gnas ausgerollt, bei dem Kapseln aller Marken und Hersteller und aus jedem Material mit nachhaltigem Erfolg gesammelt wurden. Ab dem 1. Oktober 2023 wird die gemeinsame Sammlung in einem 6-monatigen Pilotprojekt in Oberösterreich ausgerollt. Auch in den Gemeinden Schwechat und Krems Land können Bürger:innen in diesem Zeitraum alle Kapseln gemeinsam sammeln. Damit setzen alle Kaffeekapselhersteller in Kooperation mit der Altstoff Recycling Austria AG, als Sammelpartner, ein gemeinsames Zeichen für mehr Nachhaltigkeit.

Österreichweite Aktionen zum Tag des Kaffees

Der „22. Tag des Kaffees“ am 1. Oktober unter dem Motto „Gemeinsam für den Kaffeegenuss von morgen“ bietet Kaffeeliebhabern und -interessierten die Möglichkeit, sich mit ihrem Lieblingsgetränk zu beschäftigen. Details zu allen Veranstaltungen und Aktivitäten in Handel, Gastronomie und den Röstereien werden bis Ende September auf der Website des Österreichischen Kaffee- und Tee-Verbandes unter www.kaffeeverband.at veröffentlicht.

22. Tag des Kaffees, 1. Oktober 2023

Genießen mit gutem Gewissen


[1] Tchibo Kaffee-Fakten/GfK, 2023