Seit dem 12. August 2026 gilt in der EU die neue Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR). Sie soll Verpackungsabfälle reduzieren, die Kreislaufwirtschaft stärken und die bislang unterschiedlichen nationalen Vorschriften europaweit vereinheitlichen. Verpackungen sollen künftig ressourcenschonender gestaltet und besser recycelbar werden. Die einzelnen Vorgaben treten in den kommenden Jahren schrittweise in Kraft.

Für die Kaffee- und Teebranche bringt die Verordnung eine wesentliche Neuerung: Kaffee- und Teekapseln, Kaffeepads sowie Kaffee- und Teebeutel gelten nun ausdrücklich als Verpackungen. Für Konsument:innen ändert sich bei der Entsorgung dennoch wenig. Kapseln aus Metall oder Kunststoff können weiterhin bei Altstoffsammelzentren (ASZ) und teilnehmenden Verkaufsstellen abgegeben werden. Zusätzlich dürfen sie künftig über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne entsorgt werden. Papierbasierte Kaffeepads und Teebeutel gehören weiterhin in die Biotonne.

Die neue Einstufung wirkt sich jedoch nicht nur auf die Sammlung aus. Unternehmen, die solche Produkte in Österreich abfüllen, verpacken oder aus dem Ausland beziehen, müssen ab 1. Oktober 2026 auch die Vorgaben der erweiterten Herstellerverantwortung erfüllen. Dazu zählen insbesondere die Teilnahme an einem Sammel- und Verwertungssystem sowie entsprechende Meldungen. Weitere Anforderungen folgen schrittweise: Ab 2028 ist eine EU-weit einheitliche Kennzeichnung zur leichteren Mülltrennung vorgesehen; ab 2030 gelten unter anderem Vorgaben zur Recyclingfähigkeit, zu Rezyklatanteilen und zur Wiederverwendung. Für Kleinstunternehmen bestehen bei einzelnen Bestimmungen Ausnahmen.

Für die heimische Kaffee- und Teebranche beginnt diese Entwicklung nicht bei null. Der Österreichische Kaffee- und Teeverband hat gemeinsam mit der ARA bereits 2023 ein hersteller- und materialübergreifendes Kapsel-Recyclingprojekt gestartet. Beteiligt waren Kaffeeproduzenten, Verpackungshersteller und der Handel. In den ersten sechs Monaten wurden in den Pilotregionen 120,33 Tonnen beziehungsweise rund 9,1 Millionen Kapseln gesammelt; über alle Standorte hinweg stieg die Sammelmenge um 22 Prozent.

Die gesammelten Kapseln wurden in der Recyclinganlage SECCON in Pettenbach aufbereitet. Dort werden Aluminium und Kunststoff vom Kaffeesatz getrennt und als Rohstoffe für neue Produkte nutzbar gemacht. Auch der Kaffeesatz wird weiterverwertet, etwa als Biodünger, Ölbindemittel oder zur Erzeugung von Biogas. Die Erfahrungen aus dem Projekt und die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette bilden eine gute Grundlage für die nun erweiterte Sammlung.

Quellen: Europäische Kommission · Österreich isst informiert (LinkedIn, 12.08.2026) · BMLUK · ARA: neue Verpflichtungen für Kaffee und Tee · ARA: Bilanz des Kapsel-Recyclingprojekts · WKO