Tchibo macht seine Erfahrungen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft für die Branche zugänglich. Von Kaffeeverpackungen über Kapselrecycling bis hin zu unverpackten Lösungen – das Unternehmen hat systematisch analysiert, wo bereits zirkulär gearbeitet wird, welche Ansätze funktionieren und wo die Herausforderungen liegen. Das Ergebnis sind die Tchibo Pattern Cards für Kreislaufwirtschaft – eine offene Dokumentation realer Projekte mit ehrlichen Learnings, messbaren Ergebnissen und den tatsächlichen Hürden in der Umsetzung.
Warum Tchibo diese Erfahrungen teilt
Das Unternehmen ist überzeugt: Kreislaufwirtschaft lässt sich nicht im Alleingang umsetzen. Nur gemeinsam mit allen Kolleg*innen, Kund*innen, Partnern und Organisationen können Kreisläufe geschlossen werden.
Drei konkrete Kaffee-Beispiele aus der Praxis
1. Branchenlösung Kaffeekapsel-Recycling
Gemeinsam mit dem Kaffee- und Teeverband sowie der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) hat sich Tchibo 2023 an einem Pilotprojekt zum Kaffeekapsel-Recycling beteiligt. In nur 6 Monaten sammelten Konsument*innen in den Pilotregionen Oberösterreich sowie den Bezirken Krems-Land, Schwechat und Gnas mehr als 9 Millionen Kaffeekapseln aller Marken. Die Sammelmenge steigerte sich über alle Standorte um 22 Prozent.
Learnings für die Branche: Neue Verfahren ermöglichen eine 100-prozentige Verwertung der einzelnen Fraktionen (Kunststoff, Aluminium und Kaffeesubstrat). Die Herausforderung liegt in der Zusammenlegung unterschiedlicher Sammelstellen und der fehlenden Sortierbarkeit im Gelben Sack. Eine branchenweite Fortsetzung wird aktuell evaluiert.
2. Unverpackter Kaffee – skaliert auf über 110 Standorte
In über 110 Filialen österreichweit können Kund*innen aus acht verschiedenen Kaffeesorten wählen und diese unverpackt in mitgebrachte oder vor Ort erworbene Dosen abfüllen lassen – in ganzen Bohnen oder mit individueller Mahlung. Österreichweit ist Tchibo damit der größte Anbieter für unverpackten Kaffee.
Ziele: Bewusstsein schärfen, Verpackungsmüll reduzieren und Ressourcen sparen.
Erkenntnisse: Anreizsysteme wie das Treueprogramm motivieren Kund*innen. Spontankäufe und die Notwendigkeit, Behälter mitzuführen, bleiben jedoch Akzeptanzhürden. Als nächsten Schritt plant Tchibo einen Test mit wiederverwendbaren Dosen in einem Pfandsystem.
3. Recycelbare Kaffeeverpackungen
Um Qualität und Aroma zu bewahren, bestehen Kaffeeverpackungen traditionell aus dreischichtigen Verbundmaterialien. 2023 hat Tchibo die Kunststoffschichten so angepasst, dass sie im Sortierprozess nach der Entsorgung über die Gelbe Tonne/den Gelben Sack erkannt und dem richtigen Recyclingstrom zugeordnet werden können.
Ziele: Verbesserung der Materialwiederverwendung, Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks und Einhaltung der EU-Verpackungsvorschrift (PPWR).
Nächste Schritte: Tchibo möchte eine Vorreiterrolle für nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Verpackungen auf dem europäischen Kaffeemarkt einnehmen und bis 2027 (Tchibo Markenprodukte) bzw. 2030 (weitere Markenprodukte) in allen Vertriebsbereichen auf optimierte, recycelbare Verbundstoffe umstellen.
Download und Austausch
Die vollständigen Pattern Cards mit detaillierten Projektbeschreibungen, Kennzahlen und Learnings stehen zum Download bereit: Tchibo Pattern Cards für Kreislaufwirtschaft (Verlinkung: 260105_Pattern_Cards_und_about.indd)
Tchibo lädt seine Branchenkolleg*innen herzlich ein, die Erfahrungen zu nutzen, darüber zu diskutieren oder das Unternehmen für vertiefende Gespräche zu kontaktieren. [email protected]









