Ab 1. Oktober 2026 gilt für Kaffee- und Teekapseln ein erweitertes Sammelsystem: Im Rahmen der neuen EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation – PPWR) gelten Kapseln, Pads und Beutel erstmals ausdrücklich als Verpackung. Der Österreichische Kaffee- und Teeverband (KTV) informiert über die neuen Entsorgungsmöglichkeiten – und verweist dabei auf ein eigenes Recyclingprojekt, das gemeinsam mit der ARA schon seit 2023 läuft.
Das ändert sich für Konsument:innen
Seit 12. August 2026 gilt die PPWR EU-weit, ihre Vorgaben werden schrittweise angewendet. In Österreich folgtam 1. Oktober die nächste Stufe: Kaffee- und Teekapseln aus Metall oder Kunststoff können über die getrennten
Sammeleinrichtungen in den Altstoffsammelzentren (ASZ) und teilnehmenden Verkaufsstellen entsorgt werden. Neu ist, dass das in ganz Österreich zusätzlich auch über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne möglich ist. Papierbasierte Kaffeepads und Teebeutel gehören weiterhin in die Biotonne.
„Für die Konsument:innen wird die Entsorgung nicht komplizierter, sondern einfacher“, betont Mag.a Tina Antonius, Geschäftsführerin des Österreichischen Kaffee- und Teeverbands. „Ab 1. Oktober lassen sich Kapseln im Shop, im Sammelzentrum oder ganz bequem über den Gelben Sack beziehungsweise die Gelbe Tonne entsorgen.“
Neue Pflichten für Unternehmen
Für Unternehmen, die entsprechende Verpackungen in Österreich in Verkehr bringen, gelten mehr als nur neue Sammelwege: Ab 1. Oktober 2026 greift die Pflicht zur Teilnahme an einem Sammel- und Verwertungssystem zusammen
mit entsprechenden Datenmeldungen. Weitere Etappen folgen im Rahmen der PPWR in den kommenden Jahren: ab 2028 eine EU-weit einheitliche Kennzeichnung zur besseren Mülltrennung, ab 2030 unter anderem verpflichtende Recyclingfähigkeit, höhere Rezyklatanteile und erste Wiederverwendungsziele.
Vorreiterprojekt seit 2023: 9,1 Millionen gesammelte Kapseln
Ganz neu ist das Thema für die Branche nicht. Der Kaffee- und Teeverband hat gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) bereits 2023 ein herstellerübergreifendes Kapsel-Recyclingprojekt in den Pilotregionen Oberösterreich sowie in den Bezirken Krems-Land und Schwechat gestartet – deutlich bevor die PPWR eine getrennte Sammlung EU-weit vorschreibt. Unterstützt wurde das Pilotprojekt von Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette, darunter führende Kaffeeproduzenten, Verpackungshersteller sowie der Handelspartner Billa Plus. Allein in den ersten sechs Monaten wurden in den Pilotregionen 120,33 Tonnen beziehungsweise rund 9,1 Millionen Kapseln gesammelt, die Sammelmenge stieg über alle Standorte um 22 Prozent. Aufbereitet wurden die Kapseln in der Recyclinganlage SECCON in Pettenbach: Aluminium und Kunststoff werden dort vom Kaffeesatz getrennt und zu neuen Rohstoffen verarbeitet, der Kaffeesatz unter anderem zu Biodünger, Ölbindemitteln oder Biogas.
„Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern schon 2023 einiges freiwillig umgesetzt, was jetzt EU-weit Pflicht wird“, sagt Mag. Marcel Löffler, Präsident des Österreichischen Kaffee- und Teeverbands. „Das zeigt: Wenn die ganze
Branche mitzieht, funktioniert Kreislaufwirtschaft auch freiwillig – und verschafft uns jetzt einen klaren Vorsprung bei der Umsetzung der PPWR.“
„Auch die Teebranche ist gut aufgestellt“, ergänzt Stephan Krömer, Vizepräsident des Österreichischen Kaffee- und Teeverbands und Präsident des Österreichischen Teeinstituts. „Über die europäische Dachorganisation THIE ist
unsere Branche seit Langem eng in die Vorbereitung der PPWR eingebunden. Gerade für kleinere Unternehmen bedeutet die Umsetzung anfangs erheblichen Mehraufwand – aber wir gehen ihn gemeinsam an.“








