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Sprechen Sie Kaffee?

markus Kaffeetrends, News

Seit geraumer Zeit befindet sich die Kaffeekultur im Um- und Aufbruch. Waren es noch vor ein paar Jahren Cappuccino, Latte Macchiato und Coffee-to-go die zu den Trendgetränken zählten, sind es jetzt zahlreiche neue und auch traditionelle Zubereitungsarten, die im Zuge der „Third Wave of Coffee“ die Branche beleben. Mit ihnen hat auch eine Fachsprache Einzug gehalten, die nicht immer selbsterklärend ist.
Mit der folgenden Einführung kommen Ihnen die gängigen Fachbegriffe nicht mehr länger „Chinesisch“ vor und Sie können künftig mit Expertenwissen auftrumpfen.

Aero Press

Aero Press bezeichnet eine Zubereitungsmethode für Filterkaffee. Benötigt wird dazu ein spezieller Brühzyliner, die sogenannte „Aero Press“. Das Prinzip ist das Gegenteil von „Pour over“, sprich das Kaffeemehl wird nicht nur temporär mit Wasser aufgegossen wie bei klassischen Brühmethoden, sondern quasi komplett mit dem Wasser verbunden – dies nennt sich auch „Full Immersion“ – Prinzip. Dadurch können deutlich mehr Aromen freigesetzt werden.

 

Damit der Kaffee gelingt, müssen die Kaffeebohnen, der Mahlgrad und die Geschwindigkeit des Aufgießens optimal aufeinander abgestimmt sein. Die Aero Press- Zubereitung verlangt also einiges an Übung und vor allem genaue Auseinandersetzung mit der Thematik. Nur wer die zahlreichen Parameter perfekt aufeinander abstimmt, erhält vollendeten Kaffeegenuss. Weil Geschmäcker verschieden sind, geht hier probieren über studieren! Im Internet finden sich zahlreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie Kaffee mit der Aero Press zubereitet wird. Auch auf Instagram findet man unter dem Hashtag #AeroPress zahlreiche Anregungen.

Gelingt die Zubereitung mit der Aero Press, dann kommen die speziellen Geschmackscharateristika des verwendeten Kaffees perfekt zur Geltung

Aeropress © Alexander Marushin_fotolia

Flat White

Die Kaffeekreation, die auf den ersten Blick dem Cappuccino zum Verwechseln ähnlich sieht, weist beim genaueren Hinschauen doch einige Unterschiede zu seinem italienischen Bruder auf. Der Espressoanteil ist höher, deshalb ist nicht nur der Kaffeegeschmack dominanter, der ist auch stärker. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Konsistenz des Milchschaums – er ist besonders cremig, sehr feinporig und viel flüssiger als beim Cappuccino.  Deshalb lassen sich beim Flat White auch besonders schöne Latte-Art-Kunstwerke auf die Oberfläche zaubern. Eine ausführliche Erklärung finden Sie in unserem Beitrag „Flat White – ist er der neue Cappuccino?“

Flat White © Kess Bohan

Cold Drip

Kaffee mit kaltem statt mit heißem Wasser extrahieren? Was im ersten Moment wie ein Aprilscherz klingen mag, erobert seit Monaten die hippen Kaffeebars und auch die Küchen diverser Kaffeeliebhaber. Vor allem im Sommer zählt der Cold Drip (oder auch Cold Brewed Coffee bzw. Cold Extraction Coffee) zu den „Must-Drinks“ und als perfekte Alternative zum herkömmlichen Kaffee.

In diesen Getränken sucht man nach den sonst für Kaffee so typischen Bitterstoffen und der üblichen Säure vergeblich. Farblich zeigt sich ein Cold Brewed Coffee in allen möglichen transparenten Braunschattierungen, geschmacklich bietet er eine große Bandbreite, wie kaum eine andere Zubereitungsart. Abhängig von den verwendeten Bohnen, schmeckt man von vor allem fruchtige Aromen, von Schokolade über Beere bis hin zu Zitrusnoten.

Für die Zubereitung benötigt man eine French Press aus Glas. Dann nimmt man in etwa 40 Gramm gemahlenen Kaffee je nach Geschmack und gießt ihn mit 250 Milliliter kaltem Wasser auf.  Dann muss man die Mischung in etwa 12 Stunden ziehen lassen, bevor man den Stempel der French Press nach unten drückt. Das Aroma wird umso komplexer und intensiver, je länger man den Kaffee ziehen lässt.

© Preechath_Fotolia

Als Alternative zur French Press, kann man auch einfach im Kühlschrank grob gemahlenen Kaffee in einer Flasche mit Wasser ansetzen und die Mischung je nach Wunsch für einige Stunden ziehen lassen und dann abseihen.

Obwohl man es auf Grund seiner hellen Farbe nicht vermuten würde, hat Cold Drip Coffee einen sehr viel höheren Koffeingehalt als heiß zubereiteter Kaffee.

Serviert wird der Cold Drip in einem Glas mit Eiswürfeln. Empfohlen wird, ihn pur ohne die Zugabe von Milch und Zucker zu trinken, um den speziellen Geschmack des Kaffees nicht zu verfälschen. Alternativ wird er im Sommer nach Vorbild des klassischen Eiskaffees aber auch mit Speiseeis oder Eiswürfeln zubereitet.

Cold Brew kann gut verschlossen in einem geschmacksneutralen Gefäß (wie eine Glasflasche) auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Long Black

Das Gegenstück zum Cold Drip ist der sogenannte Long Black. Dabei wird ein einfacher oder doppelter Espresso in 120 bis 180 Milliliter heißem Wasser langsam eingegossen.  Qualitätsmerkmal ist dabei die Crema des Espresso, die auch nach dem Aufgießen noch gut zu sehen sein sollte.

Pour Over

Hinter „Pour Over“ verbirgt sich eine simple, aber derzeit sehr prominente Zubereitungsmethode. Wie zu Omas Zeiten, wird gemahlener Kaffee im Handfilter mit heißem Wasser aufgegossen. Für ein gutes Geschmackserlebnis gilt es dabei aber ein paar wichtige Punkte zu beachten.

Wie auch bei der Aero Press ist es essentiell, die einzelnen Parameter von Bohnen über Mahlgrad und Wassertemperatur bis hin zur Brühzeit aufeinander abzustimmen. Als Richtwert für zwei Tassen gelten 26 Gramm Kaffee mittleren Mahlgrads, die mit 400 Milliliter Wasser aufgegossen wird.

Weiter wichtige Parameter sind der verwendete Papierfilter (muss befeuchtet werden, bevor das Kaffeemehl eingefüllt wird), der Papierfilter (ob Porzellan, Glas oder Metall ist Geschmackssache), die Schritt-für-Schritt Zugabe des Wassers (optimale Temperatur ca. 95 Grad, kreisförmiges Eingießen), damit sich die Aromen optimal entfalten kann, bis hin zur idealen Brühzeit un dem Wasserniveau.

© thanakornk_Fotolia

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